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'''Comic''' ist eine Bezeichnung für die Darstellung eines Vorgangs oder einer in einer Folge von Bildern. In der Regel sind die Bilder und werden mit Text kombiniert. Das Comic vereint Aspekte von und , wobei der (oder das) Comic eine eigenständige Kunstform und ein entsprechendes Forschungsfeld bildet. Gemeinsamkeiten gibt es auch mit dem . Als genre-neutraler Begriff wird auch ?sequenzielle Kunst? verwendet, während regionale Ausprägungen des Comics teils mit eigenen Begriffen wie oder bezeichnet werden.

Comic-typische Merkmale und Techniken, die aber nicht zwangsläufig verwendet sein müssen, sind n und Denkblasen, und n. Diese finden auch in anderen Medien Verwendung, insbesondere dann, wenn Text und die Abfolge von Bildern kombiniert sind wie in und illustrierter Geschichte, in en oder s. Die Abgrenzung zu diesen eng verwandten Künsten ist unscharf.

Definition

In den 1990er Jahren etablierte sich eine Definition von Comic als eigenständiger : ''Im Comic vereint ? Eine Geschichte der Bildgeschichte''. insel taschenbuch, Frankfurt am Main und Leipzig, 2000. S. 12?14.</ref>

en, en oder s können auch Comics oder Teil eines solchen sein. Die Abgrenzung, insbesondere bei Einzelbildern, bleibt unscharf. Beim Bilderbuch und illustrierten Geschichten dagegen haben, anders als beim Comic, die Bilder nur eine unterstützende Rolle in der Vermittlung des Handlungsgeschehens. Der Übergang ist jedoch auch hier fließend.

Etymologie und Begriffsgeschichte

Der Begriff ''Comic'' ist aus dem amerikanischen entlehnt, wo er als Kurzform von ''comic strip'' schon länger üblich war. Allgemein bedeutet das englische Adjektiv ''comic'' ?komisch?, ?lustig?, ?drollig?. Im 18. Jahrhundert wurde es im Ausdruck ''comic print'' für Witzzeichnungen benutzt und trat damit erstmals im Bereich des heutigen deutschen Substantivs auf. Im 19. Jahrhundert wurde das Adjektiv als Namensbestandteil für Zeitschriften gebräuchlich, die Bildwitze, Bildergeschichte und Texte beinhalteten. Mit dem 20. Jahrhundert kam der Begriff ''comic strip'' für die in Zeitungen erscheinenden, kurzen, komischen oder humorvollen Bildgeschichten auf, die in Streifen (engl. ''strip'') von angeordneten Bildern erzählen. In den folgenden Jahrzehnten dehnte sich die Bedeutung des Wortes auch auf die neu entstandenen nicht komischen Formen des Comics aus und löste sich vollständig von der Bedeutung des Adjektivs ''comic'', sodass es seitdem auch für nicht komische Comics verwendet wird. Nach dem kam der Begriff auch nach Europa und trat in Deutschland zunächst in Konkurrenz zu ''Bildgeschichte'', welche qualitativ höherwertige deutsche Comic-Werke von lizenzierten ausländischen Comics abgrenzen sollte. Schließlich setzten sich ''Comic'' und ''Comicstrip'' auch im deutschen Sprachraum durch.

Comicstrips prägten durch ihre Form auch den französischen Begriff ''bande dessinée'' und den chinesischen ''lien-huan hua'' (?Ketten-Bilder?). Das häufig verwendete Mittel der Sprechblase führte im zur Bezeichnung ''fumetti'' (?Rauchwölkchen?) für Comics. In Japan wird '''' (, ?spontanes Bild?) verwendet, das ursprünglich skizzenhafte Holzschnitte bezeichnete.

Geschichte

Die Ursprünge des Comics liegen in der en dar.

In Amerika wurden ebenso früh Erzählungen in sequenziellen Bildfolgen wiedergegeben. Ein Beispiel dieser Kunst wurde 1519 von .

Nach der Erfindung des Buchdrucks in Europa fanden Drucke von Märtyrergeschichten in der Bevölkerung weite Verbreitung. Später wurden die Zeichnungen feiner und der Text wurde, wie bei den verbreiteten Drucken, wieder weggelassen. So bei , der unter anderem '''' schuf. Diese Geschichten bestanden aus wenigen Bildern, die in Galerien in einer Reihe aufgehängt waren und später gemeinsam als Kupferstich verkauft wurden. Die Bilder waren detailreich und die Inhalte der Geschichten sozialkritisch. Auch schuf mit ''Avanturen des neuen Telemachs''

Besonders in britischen Witz- und Karikaturblättern wie dem '''' fanden sich ab Ende des 18. Jahrhunderts viele Formen des Comics, meist kurz und auf Humor ausgerichtet. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff ''Comic''. Als Vater des modernen Comics bezeichnet McCloud . Er verwendete Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals und stilisierte, hafte Zeichnungen und kombinierte Text und Bild. Die Geschichten hatten einen heiteren, satirischen Charakter und wurden auch von bemerkt mit den Worten ''Wenn er künftig einen weniger frivolen Gegenstand wählte und sich noch ein bisschen mehr zusammennähme, so würde er Dinge machen, die über alle Begriffe wären''. Auch die im 19. Jahrhundert populären enthielten oft Comics, darunter die Bildgeschichten s.

In den USA wurden im späten 19. Jahrhundert kurze gelten als die ersten professionellen japanischen Zeichner, die in Japan Comicstrips anstatt der bis dahin bereits verbreiteten Karikaturen schufen.

In Europa entwickelte sich in Frankreich und Belgien eine andere Form von Comics, das , in dem längere Geschichten in Fortsetzung abgedruckt wurden. Ein bedeutender Vertreter war , der 1929 '''' schuf und den Stil der begründete. Auch in Amerika wurden bald längere Geschichten in Beilagen der Sonntagszeitungen veröffentlicht. '''' machte diese Veröffentlichungsart populär. 1937 folgte '''', bei dem erstmals seit langem wieder auf die Integration von Texten und Sprechblasen verzichtet wurde. Ähnlich entwickelten sich unter anderem die Figuren s von Gagstrips zu längeren Abenteuergeschichten. Dies geschah bei in den 1930er Jahren durch , bei in den 1940er Jahren durch . Nach der Erfindung von durch und 1938 brach in den USA ein en­boom aus. Dieser konzentrierte sich auf die Zielgruppe von Kindern und Jugendlichen und verhalf dem Comicheft zum Durchbruch. Seit es weniger Comic-Magazine gibt, erscheinen Comics in Europa meist ohne Vorabdruck direkt als Album. Bekannte in Albenform erschienene Comics sind '''' oder ''''. In den 1950er- und 1960er-Jahren brachte der das aus Italien stammende -Format nach Deutschland. Die mit 20 Pfennig günstigen Hefte wurden mit den Comics s erfolgreich verkauft und prägten den damaligen deutschen Comic.

Comic-Publikationen in formaten entstanden in den 1960er Jahren und kamen mit den Veröffentlichungen des Verlags Eric Losfeld auch nach Deutschland. Die 1967 gestarteten '''' erscheinen noch heute. Ab den 1970er Jahren wurden bei den Verlagen und auch Superhelden im Taschenbuchformat etabliert, darunter ''Superman'' und ''''. Dazu kamen in diesem Format humoristische Serien, wie etwa ''''. In Japan etablierte sich, als Gegenstück zum europäischen Album, das Buch für zusammenfassende Veröffentlichung von Serien. Die entstandenen -Formate setzten sich in den 1990er Jahren auch im Westen für die Veröffentlichung von Mangas durch. Mit in Europa sowie in den USA entstanden ab den 1970ern erstmals Geschichten als , die unabhängig von festen Formaten, in ähnlicher Weise wie e veröffentlicht wurden. Der Begriff ?Graphic Novel? selbst wurde aber zunächst nur von Eisner verwendet und setzte sich erst deutlich später durch. Die zunehmende Zahl von Graphic Novels wird üblicherweise in Hard- oder Softcover-Buchausgaben herausgebracht. Auch ursprünglich in Einzelheften erschienene Comicserien, wie '''' oder '''', werden, in Buchform gesammelt, als Graphic Novels bezeichnet.

Entstehung von Comics

Techniken

Die meisten Comics wurden und werden mit Techniken der s.

Bestimmend für die Wahl der Technik war oft, dass die Bilder mit Druckverfahren vervielfältigt werden. Daher dominieren Werke mit Grafiken, die aus festen Linien bestehen. Für farbige Bilder werden in der Regel im Druck Flächenfarben oder Rasterfarben des s ergänzt. Durch die Verbreitung von Scanner und Computer zur Vervielfältigung sowie dem Internet als Verbreitungsweg sind die Möglichkeiten der Zeichner, andere Mittel und Techniken zu nutzen und zu entwickeln, deutlich gewachsen.

Künstler und Produktionsabläufe

In Amerika und Europa traten in der Comicbranche lange Zeit fast ausschließlich weiße, heterosexuelle Männer in Erscheinung. Jedoch war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts über die meisten Künstler nur wenig bekannt. Angehörige von Minderheiten konnten so Vorurteilen entgehen. Frauen und gesellschaftliche Minderheiten traten erst ab den 1970er Jahren vermehrt als Autoren und Zeichner in Erscheinung. Dies ging häufig einher mit der Gründung von eigenen Organisationen, wie der ''Wimmen?s Comicx Collective'' oder dem Verlag ''Afrocentric'' in den Vereinigten Staaten.

Bis ins 19. Jahrhundert wurden Comics und Bildergeschichten fast ausschließlich von einzelnen Künstlern allein angefertigt. Durch die Veröffentlichung der Comics in Zeitungen und zuvor bereits in ähnlichen Massenprintmedien waren die Künstler im 19. Jahrhundert immer öfter für einen Verlag tätig. Ihr Produkt war dennoch individuell und Serien wurden eingestellt, wenn der Künstler sie nicht selbst fortsetzte. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts kam es häufiger zu Kooperationen von Zeichnern und Autoren, die gemeinsam im Auftrag eines Verlags an einer Serie arbeiteten. Zunehmend wurden Serien auch mit anderen Künstlern fortgesetzt. In großen Verlagen wie '''' oder unter den Herausgebern der haben sich so Stilvorgaben durchgesetzt, die ein einheitliches Erscheinungsbild von Serien ermöglichen sollen, auch wenn die Beteiligten ausgewechselt werden. Dennoch gibt es auch in diesem Umfeld Künstler, die mit ihrem Stil auffallen und prägen. Im Gegensatz dazu entwickelten sich auch Comic-Studios, die unabhängiger von Verlagen sind. Teilweise werden diese von einem einzelnen Künstler dominiert oder bestehen schlicht zur Unterstützung des Schaffens eines Künstlers.<ref name="grunewald5">Grünewald, 2000, Kap.5.</ref> Eine solche Konstellation findet sich beispielsweise bei und ist in Japan weit verbreitet. In Anlehnung an den von den Regisseuren der geprägten Begriff des s entstand auch der Begriff des ''Autorencomic'', der im Gegensatz zu den arbeitsteilig entstehenden konventionellen -Comics nicht als Auftragsarbeit, sondern als Ausdruck einer persönlichen künstlerischen und literarischen Handschrift, die sich kontinuierlich durch das gesamte Werk eines Autors zieht, entsteht.
  • Bernd Dolle-Weinkauff: ''Comics. Geschichte einer populären Literaturform in Deutschland seit 1945.'' Beltz-Verlag, Weinheim 1990, ISBN 3-407-56521-6.
  • : ''Comics & Sequential Art. Principles & Practice of the World?s Most Popular Art Form!'' Poorhouse Press, Tamarac FL 1985, ISBN 0-9614728-1-2.
  • Wolfgang J. Fuchs, : ''Comics. Anatomie eines Massenmediums.'' (39.?43. Tausend). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1977, ISBN 3-499-11594-8.
  • Dietrich Grünewald: ''Comics''. Niemeyer Verlag, Tübingen 2000, ISBN 3-484-37108-0.
  • , Gerhard Habarta (Hrsg.): ''Comic Welten. Geschichte und Struktur der neunten Kunst.'' Edition Comic Forum 1992, ISBN 3-900390-61-4.
  • e. V. ICOM, Stuttgart (erscheint seit 2000 jährlich),
  • Alex Jakubowski (Autor), (Fotos): ''Die Kunst des Comic-Sammelns'', Edition Lammerhuber, Baden bei Wien, Juni 2015, ISBN 978-3-901753-80-0. ? 15 Comicsammler aus Deutschland, Mallorca, Österreich geben Einblick in ihre Schätze.
  • : ''Alles über Comics.'' Europa Verlag, Hamburg 2004, ISBN 3-203-79115-3.
  • Andreas C. Knigge: ''Comics. Vom Massenblatt ins multimediale Abenteuer.'' Rowohlt, Reinbek 1996, ISBN 3-499-16519-8.
  • Scott McCloud: ''. (Die unsichtbare Kunst).'' 5. Auflage, veränderte Neuausgabe. Carlsen, Hamburg 2001, ISBN 3-551-74817-9.
  • (Hrsg.): ''Deutsche Comicforschung.'' comicplus+, Hildesheim und Leipzig 2004?2014 (erscheint jährlich),
  • , : ''Die Kunst der Comics.'' Edition Aleph, Heroldsbach 1985, ISBN 3-923102-05-4.

Weblinks

  • , Interessenverband von Comiczeichnern, -verlegern und -lesern
  • , Datenbank zu Comickünstlern und -autoren (englisch)
  • , Datenbank zu gedruckt veröffentlichten Comics (englisch)
  • , Datenbank zur internationalen Comicforschung (deutsch, englisch)
  • , Onlineportal zu deutschsprachigen Comics
  • Podcast mit : 27. August 2013 (3:58 Minuten; zur Geschichte von Comics mit dem Vorsitzenden der Gesellschaft für Comicforschung).

Einzelnachweise